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Jean Baptiste Joseph Fourier 
geboren 1768 in Auxerre, gestorben 1830 in Paris.
Er führte ein bewegtes Leben in der Zeit der französischen Revolution, der napoleonischen Herrschaft und der
Restauration. Fourier war der Sohn eines armen Schneiders, besuchte zuerst eine Militär-, dann eine Ordensschule.
Während der Revolution in Auxerre war er abwechselnd Gefangener und Präsident des Revolutionskomitees. Mit Napoleon ging
er nach Ägypten, wurde nach Napoleons plötzlichem und heimlichem Rückzug von den Engländern gefangen gehalten, konnte
aber mit den Expeditionsberichten nach Frankreich zurückkehren und wurde 1802 in Grenoble Präfekt des Departement
Isère. Dort vollendete er die lange vergeblich versuchte Trockenlegung der Sümpfe bei Lyon und rottete dadurch dort die
Malaria aus. Er verfasste die historische Einleitung zum Expeditionsbericht "Description de l'Egypte". Die Absetzung und
die vorübergehende Rückkehr Napoleons stürzten ihn in neue Schwierigkeiten. 1816 erhob Ludwig 18. bei Fouriers Wahl in
die Académie des Sciences zunächst Einspruch. Schliesslich aber wurde Fourier 1822 ständiger Sekretär der Académie.
Seit 1807 beschäftigte sich Fourier mit dem Problem der Wärmeleitung. 1822 erschien seine "Théorie analytique de la
chaleur". Von da ab waren Temperatur und Wärmetransport berechenbar, dabei halfen
Fourierreihen und Fourierintegrale. Anfangs hatte Fourier Schwierigkeiten, seine Theorie gegen Einwände von Laplace,
Poisson und Biot zu behaupten.
Ausser Franz Neumann und Lord Kelvin waren später Heaviside und Hamilton von Fouriers Buch begeistert, Hamilton
stellte ihn über Lagrange, Laplace, Cauchy und Poisson [Whittaker 1951, 1, 130]. Heutzutage werden
Fouriertechniken in allen Zweigen der Naturwissenschaften angewandt. Fourier begründete auch die physikalische
Dimensionsanalyse. 1831 schrieb er ein Buch über "Die Auflösung der bestimmten Gleichungen" (dtsch. Ostwalds Klassiker
Nr.127).
Literatur:
Arago schrieb seine Gedächtnisrede 1833 auf Grund seiner langjährigen Bekanntschaft [Werke dtsch. 1, 234-296],
Herivel seine Biographie [1975] auf Grund sorgfältiger historischer Studien. Kürzere Darstellungen von Fouriers Werk
und Leben findet man mancherorts, z.B. Bell [167, S.194ff].
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