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Marin Mersenne 
8. Sept 1588 in Maine, Frankreich - 1. Sept 1648 in Paris
Marin Mersenne besuchte das Kolleg in Mans, verbrachte dann ab 1604 fünf Jahre im
Jesuiten Kolleg in La Flêche. Von 1609 bis 1611 studierte er Theologie an der Sorbonne.
Mersenne trat 1611 dem religiösen Orden der Minimen (Paulaner) bei. Dieser Name stammt daher, dass die Minimen sich selber
als die letzten Religiösen betrachteten; sie ergaben sich dem Gebet, dem Studium und der Gelehrsamkeit. Mersenne
führte seine Ausbildung zuerst im Orden in Nigeon und dann in Meaux weiter. Dann kehrte er nach Paris zurück, wo er
1612 Priester am Place Royale wurde.
Von 1614 bis 1618 lehrte er Philosophie am Minimen Kloster in Nevers. 1619 kehrte er wiederum nach Paris zu den
Minimen von l'Annociade nahe dem Platz Royale zurück. Seine Zelle in Paris wurde zum Treffpunkt für
Fermat, Pascal,
Gassendi, Roberval, Beaugrand und andere, die später zum Kern der Französischen Akademie gehörten.
Mersenne korrespondierte mit anderen wichtigen Mathematikern und spielte eine führende Rolle in der Weitergabe
von mathematischem Wissen in Europa, in einer Zeit, in der es noch keine wissenschaftliche Zeitschriften gab.
Mersenne untersuchte Primzahlen und versuchte eine Formel zur Darstellung aller Primzahlen zu finden. Obwohl
ihm dies nicht gelang, weckte seine Arbeit über Zahlen der Form
2p - 1, p prim
kontinuierliches Interesse in der Untersuchung von grossen Primzahlen.
Es ist leicht zu beweisen, dass p eine Primzahl sein muss, wenn die Zahl n = 2p-1 eine Primzahl ist.
1644 behauptete Mersenne, dass n für p = 2, 3, 5, 7, 13, 17, 19, 31, 67, 127
und 257 eine Primzahl ist, nicht aber für die restlichen 44 Primzahlen kleiner als 257.
Mit der Zeit erkannte man, dass Mersenne sich bezüglich fünf der Primzahlen kleiner oder gleich 257 geirrt hat
(67 und 257 führen für n nicht zu Primzahlen, andererseits führen 61, 89 und 107 zu Primzahlen).
Mersenne verteidigte Descartes und Galileo
gegen theologische Angriffe von der Kirche und bemühte sich, Alchemie und Astrologie als Pseudo-Wissenschaften zu
entlarven. Er führte einige Arbeiten von Galileo in Akkustik weiter and initierte einige von
Galileo's späteren Entdeckungen. Er schlug Huygens den Gebrauch eines Pendels zur Zeitmessung vor und inspirierte so
die erste Pendeluhr.
1633 publizierte Mersenne Traité des mouvements, und 1634 Les Méchanique de Galilée, eine Version von
Galileo's Vorlesungen über Mechanik. Er übersetzte Teile von Galileo's Dialogo in Französisch und 1639 publizierte
er eine Übersetzung von Galileo's Discorsi. Es ist vor allem der Verdienst von Mersenne, dass Galileo's Arbeiten ausserhalb Italiens bekannt wurden.
Zwei wichtige Publikationen über mathematische Physik waren L'Harmonie Universelle
(1636) und Cogitata Physico-Mathematica (1644).
Mersenne schrieb auch Traité d'harmonie universelle (1627), eine Arbeit über Musik, Musikinstrumente und Akkustik.
Nach seinem Tod wurden in seiner Zelle Briefe von 78 verschiedenen Korrespondenten gefunden, darunter von
Fermat, Huygens, Pell, Galileo und Torricelli.
Artikel in Englisch von J.J. O'Connor and E.F. Robertson, deutsche Übersetzung von B.Berchtold
Nachträge: Gefundene Mersenne Primzahlen durch GIMPS-Projekt: (GIMPS: s. bei den Links)
- 41-ste Mersenne Primzahl am 15. Mai 2004: 224'036'583 - 1, eine Zahl mit 7'235'733 Stellen
- 42-ste Mersenne Primzahl am 18. Februar 2005: 225'964'951 - 1, eine Zahl mit 7'816'230 Stellen
- 43-ste Mersenne Primzahl am 15. Dezember 2005: 230'402'457 - 1, eine Zahl mit 9'152'052 Stellen
- 44-ste Mersenne Primzahl am 4. September 2006: 232'582'657 - 1, eine Zahl mit 9'808'358 Stellen
- 45-ste Mersenne Primzahl am 23. August 2008: 243'112'609 - 1, eine Zahl mit 12'978'189 Stellen (Preisgeld 100000$)
- 46-ste Mersenne Primzahl am 6. September 2008: 237'156'667 - 1, eine Zahl mit 11'185'272 Stellen
- 47-ste Mersenne Primzahl am 12. April 2009: 242'643'801 - 1, eine Zahl mit 12'837'064 Stellen
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