Srinivasa Ramanujan 
Ramanujan war ein autodidaktisches mathematisches Wunderkind aus einer Stadt in der Nähe von Madras in Südindien
und kam aus einer armen Familie. Madras war 1600 km von dem welt-städtischen Kalkutta entfernt.
1913 begann die Korrespondenz mit G.H. Hardy und 1914 erhielt er ein Stipendium für einen Aufenthalt am Trinity
College in Cambridge, damit er dort sein Begabung in die Zusammenarbeit mit den Wissenschaftern einbringt und
von Ihnen alles, was sie wussten, lernen konnte. In dieser Zeit schuf er in einem für ihn fremden und kalten England
mit 21 grossen Arbeiten ein dauerhaftes mathematisches Erbe. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte er jedoch 1919 nach
Indien zurück, wurde empfangen wie ein Held und starb.
Erstaunlich war seine Fähigkeit der Umformung unendlicher Reihen. Ramanujan erhielt viele seiner Ergebnisse intuitiv
aus einer Vielzahl von Zahlenbeispielen und hatte ein ausgezeichnetes Gedächtnis und eine Fähigkeit zur Durchführung
komplizierter Rechnungen. Seine Gedankensprünge machen den Mathematikern noch heute, sieben Jahrzehnte nach seinem Tod,
zu schaffen.
Zahlreiche Resultate sind in Briefen an G.H. Hardy formuliert. Ihm verdanken die Zahlentheoretiker bemerkenswerte
asymptotische Formeln, ferner Ergebnisse zur
- Partition natürlicher Zahlen
- Theorie der elliptischen Funktionen
- Kettenbrüche.
Ramanujan, der sein ganzes Leben an Hindu-Gottheiten glaubte und sich das Land des Unendlichen (im mathematischen
und spirituellen Sinn) zu eigen machte. 'Eine Gleichung hat für mich keinen Sinn', so sagte er einmal, 'es sei
denn, sie drückt einen Gedanken Gottes aus'.
Seine Biographie ist 1995 von Robert Kanigel unter dem Titel 'Der das Unendliche kannte' im vieweg-Verlag erschienen.
|